Hintergründe zum grünen Licht der Hoffnung

LIONS CLUB GOSLAR-KAISERPFALZ: Peter Weihe, Activitybeauftragter „Baum der Hilfe“

Erläuterungen zum „Grünen Licht“ im Weihnachtsbaum des Weihnachtsmarktes auf dem Marktplatz in Goslar

Im Jahre 2006 war der Lions Club Goslar-Kaiserpfalz nach einer Idee unseres damaligen Lionsfreundes Gerd Spittler und in Abstimmung mit dem früheren Geschäftsführer der GOSLAR marketing gmbh, Herrn Michael Bitter, das erste Mal mit dem „Baum der Hilfe“ und seinen 50.000 Lichtern auf dem Goslarer Weihnachtsmarkt vertreten.

Wie so häufig kam es an einem ganz gewöhnlichen Weihnachtsmarkt-Tag mal wieder zu einem der vielen interessanten Gespräche, dieses Mal zwischen einem „alten Goslarer“ und unserem „diensthabenden“ Lionsfreund Dr. Uwe Thieme (seinerzeit Ratsvorsitzender und zeitweise auch 2. Bürgermeister), in dessen Verlauf auch über die „Heimkehrerstadt Goslar“ diskutiert wurde. In diesem Kontext berichtete unser Glühwein-Gast, dass die deutschen Kriegsgefangenen in vielen östlichen Gefangenenlagern ein „grünes Licht“ aufgehängt hätten, das sie als reines Symbol der Hoffnung auf eine Heimkehr in ihre Heimat Deutschland verstanden wissen wollten. Diese „grünen Lichter“ hätten die Gefangenen dann auch bei ihrer glücklichen Heimkehr bis nach Friedland begleitet. Das sei dann auch der Grund dafür gewesen, dass bereits in den 50-iger Jahren ein „Grünes Licht der Hoffnung“ in dem großen Weihnachtsbaum auf dem Marktplatz in Goslar leuchtete. Leider sei dieses Erinnerungssymbol in den Folgejahren – wann und warum auch immer - nicht mehr aufgehängt worden und daher in Vergessenheit geraten.

Im Rahmen eines Clubabends wurde dann auf Initiative von Herrn Dr. Uwe Thieme entschieden, in Andenken an Goslar als „Heimkehrerstadt“ unseren Lichterketten auf dem „Baum der Hilfe“ ab dem nächsten Jahr rein symbolisch wieder ein „Grünes Licht der Hoffnung“ hinzuzufügen. Die fachspezifische Kompetenz dazu hatten wir in Person unseres Lionsfreundes Thomas Hülsmann.

In den Folgejahren wurden wir während des Weihnachtsmarktes am Glühweinstand „Baum der Hilfe“ dann häufig gefragt, was das Licht denn zu bedeuten hätte. Unsere entsprechenden Erläuterungen wurden überwiegend sehr anerkennend von den Marktbesuchern aufgenommen. So auch im Rahmen nachfolgend geschildertem Ereignis, das mich persönlich sehr beeindruckte:

Ebenfalls auf dem Weihnachtsmarkt - es war 2010 oder 2011 - verkauften Marinesoldaten des Patenschiffes „Oker“ an einem Adventssamstag Glühwein für einen guten Zweck. Die von uns ausgeliehenen Becher spülten die Soldaten in unserem Stand. Als sich ein Marinesoldat im Offiziersrang bei mir für unsere Bereitschaft bedankte, deren Activity zugunsten des „Soldaten-Hilfswerk“ unterstützt zu haben, fragte er auch nach der Bedeutung des grünen Lichts im großen Weihnachtsbaum. Nachdem ich ihm die Erklärung - wie oben dargestellt – gegeben hatte, wurde sein Gesichtsausdruck sehr ernst und nachdenklich und er sagte sinngemäß:

„Wir Soldaten der Bundeswehr interpretieren dieses „Grüne Licht der Hoffnung“ jetzt so, dass wir hoffen, dass all unsere Bundeswehr-Kameraden, die in vielen Brennpunkten auf der ganzen Welt ihren teils sehr gefährlichen Dienst tun, ebenfalls wohlbehalten und unversehrt in ihre Heimat zurückkehren.“

Somit sprechen wir heute gern von einer „doppelten“ symbolischen Bedeutung dieses „Grünen Lichts der Hoffnung“ an unserem „Baum der Hilfe“ auf dem Weihnachtsmarkt in Goslar.

Goslar, 27.10.2018
Peter Weihe